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Seminar Mitglieder für Mitglieder 2010 mit Karl-Heinz Leitner

Vor der GfWM Mitgliederversammlung 2010 fand auch in diesem Jahr wieder ein Seminar Mitglieder für Mitglieder mit dem Titel "Innovations- und Wissensmanagement der Zukunft", dieses Mal mit Karl-Heinz Leitner vom Austrian Institute of Technology (Departement Foresight and Policy Development), statt. Karl-Heinz war schon an der "Wiege" der Wissensbilanz in Österreich zusammen mit Ursula Schneider, Günther Koch und Manfred Bornemann am ARC Seibersdorf mit dabei und ist Mitglied im New Club of Paris.

  • Definition: Foresight ist ein Ansatz der Zukunftsforschung und -gestaltung. Foresight geht davon aus, dass es unterschiedliche Zukünfte gibt. Durch die Involvierung verschiedener Stakeholder ist es möglich, ein besseres Verständnis über diejenigen Kräfte zu gewinnen, die die Zukunft längerfristig beeinflussen (im Gegensatz dazu geht Forecasting davon aus, dass es EINE Zukunft gibt, die es durch Extrapolation von Trends vorhersagen kann.
  • Slogan "Thinking, dabating and shaping the future" (Planungshorizont ist im Regelfall 20-30 Jahre).
  • Trend: Bedarf an Foresight auf nationaler und organisationaler Ebene wächst.
  • Auf Technologie- oder sektoraler Ebene gab es z.B. Global Technological Revolution 2020, Unido Technology Foresight Initiative, Russian Nanotechnology 2020, FISTERA, Dutch Biotech Scenarios, Biotech Estonia 2020, Public Services 2022 in Ireland, Biotech networks in Eastern Germany.
  • In Europa gab es bisher ca. 6.000 Foresight-Prozesse
  • Auf organisationaler Ebene gibt es z.B. die Daimler Society and Technology Group, BMW ifmo, Philips Design, Nokia Insight and Foresight, Shell.
  • Vier zentrale Elemente von Foresight
    • Partizipation: Einbindung und Mobilisierung von Stakeholdern und Experten
    • Shaping the future: Zukunftsgestaltung statt Vorhersage
    • Szenarien: Jenseits kurzfristiger Planungshorizonte
    • Integration verschiedener Perspektiven und Disziplinen
  • Explorativer (aus dem "knowledge about the present" werden alternative Visionen entwickelt) vs. normativer Ansatz (the "best" future) (Quelle: Keenan/PREST)
  • Es gibt eine unzahl von Methoden, die sich generell in vier Quadranten zwischen Expertise/Interaktion und Evidence/Creativity eingeordnet werden kann (Quelle: Popper).
  • Die Geschichte der Foresight-Ansätze reicht bis in die 1940er Jahre zurück
  • Die am häufigsten verwendete Methode ist die Szenariotechnik. Die Szenarion sind mögliche, konsistente Bilder möglicher Zukünfte., Ablauf
    • Definition des Kontextes (Zeithorizont etc.)
    • Umfeldanalyse: Identifikation und Analyse der treibenden Kräfte (z.B. STEEP: science, technology, economy, environment, policy)
    • Analyse, Clustering und Gewichtung der Treiber
    • Entwicklung (z.B. Cross-Impact-Matrix) und Konkretisierung der Szenarien (z.B. Storyboards)
    • Ableitung von Handlungsempfehlungen für die Gegenwart (backcasting)
  • Fallbeispiel "Philips - imagine a world together with the products and services you provide" (Josefine Green, s.a. Publikation "Democratizing the Future" (PDF))
  • Generell sind "Foresight-Abteilungen" näher an der Top-Führung als Wissensmanagement-Abteilungen, da sie näher am Strategieprozess aufgehangen sind.
  • Innovation Futures Projekt (INFU Webseite)
    • Partner AIT, Fraunhofer ISI, Strategic Design Scenarios, Z.Punkt
    • Kernfragestellung: wie wird Innovation zukünftig gestaltet? (Heute: closed innovation)
    • Vorgehen: Identifikation von weak signals (Screening von 68 signals), Verstärkung von weak signals durch Transfer/Generalisierung/Radikalisierung (z.B. "Open Source Society"), Entwicklung von story scripts etc.
    • Ergebnis sind 19 Visionen, z.B. Open Source Society, Virtual-only Innovation, Innovation on request, Innovation marketplace, Relocated innovaiton, Waste-based innovation, City-driven innovation, Create it Yourself (CIY), No-innovation