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GfWM-Stammtisch Rheinland am 29.09.2009 - Evidenzbasiertes Wissensmanagement

Evidenzbasierte Medizin bzw. Management haben die meisten schon einmal gehört. Dabei geht es darum, dass Entscheidungen ausdrücklich auf der Grundlage von empirisch nachgewiesener Wirksamkeit getroffen werden. Entsprechend gespannt war ich auf die Ausführungen von Frau Dr. Gust von Loh, vom Institut für Sprache und Information, Abt. Informationswissenschaft der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Zum Einstieg haben wir den WissensCafé-Ansatz gewählt, um sich dem Thema in der Diskussion mit eigenen Erfahrungen und Erwartungen anzunähern.
Damit hatte Frau Dr. Gust van Loh auch die Möglichkeit, Ihren Vortrag
auf das vorhandene Niveau abzustimmen.

In sechs Thesen stellte Sie uns dann evidenzbasierte Praktiken (Informationshermeneutik;Analyse kognitiver Arbeit; Informationsbedürfnisanalysen in Unternehmen; Nutzungsanalysen) vor. Einen besonderen Stellenwert nahmen dabei die beiden Theorie-Praxis-Lücken ein. Die erste besteht zwischen den Anwendern (Praxis) und dem Wissensmanager (Theorie) und hat die Vermittlung von Lösungsansätzen aus dem Wissensmanagement im Fokus. Die zweite Lücke besteht zwischen Wissensmanager (Praxis) und Forschung (Theorie) und fokussiert auf den Transfer wissenschaftlicher Ergebnisse in die Praxis. Beide sind in Form eines vermaschten Regelkreises miteinander verbunden.

Den Abschluss bildete dann eine Zuordnung Sozialer Methoden (z.B. Debriefings, Story Telling, Lessons Learned), konventioneller technischer Tools (z.B. CMS, CSCW) und Social Software (z.B. Wikis, Blogs, Social Bookmarking) zu den beiden Theorie-Praxis-Lücken, um diese zu überwinden.

Fazit: Eine bedarfs- und nutzenorientierte Vorgehensweise sind verlässliche Erfolgsfaktoren für die Implementierung von Wissensmanagement in Organisationen. Um Wirksamkeit nachzuweisen bedarf mit den dargestellten Praktiken oftmals eines erheblichen Aufwands und auch die ransferierbarkeit, analog zur Schulmedizin, ließ noch einige Fragezeichen im Raum stehen. Schön herausgearbeitet war die besondere Stellung des Wissensmanagers (oder einer vergleichbaren Position, d.h. mit Verantwortung für Wissensmanagement). So tritt er zum einem als Bindeglied zu den Anwendern auf, die er mit Impulsen versorgt und WM-Tools oder WM-Methoden vermittelt, zu anderen als Bindeglied nach außen, um nach Lösungsansätzen/ -kooperationen zu suchen. Der Vortrag wird in Kürze (beim Veranstaltungstermin) zur Verfügung stehen.

Gruß & Sonne Marc Nitschke