Skip to Content

WM Stammtisch MR Nürnberg am 10.9.2009: Un-Conference?

Obwohl ich gestern gemeinsam mit Simon Dückert das Thema Un-Conference „vorgetragen“ habe, gehe ich mit mehr Wissen aus dieser Veranstaltung, als ich vorher hatte. Vielleicht ist das ja einer der entscheidenden Unterschiede zu normalen Konferenz-Formaten: Der vortragende Experte steht bei den Un-Konferenz-Formaten nicht mehr ganz oben um sein Wissen auf die „Nicht-Experten“ herunter fließen zu lassen. Irgendwie reden bei den Un-Konferenzen alle auf gleicher Augenhöhe miteinander. Und dabei werden mehr Perspektiven, Erfahrungen und Ideen sichtbar, als ein Referent - auch in einem guten Vortrag - darstellen könnte.

So haben wir gestern den WM-Stammtisch zu einem BarCamp zum Thema Un-Konferenzen gemacht. Mit 5-Minuten Sessions, in denen Fragen oder Beiträge von Teilnehmern gestaltet werden konnten. Das funktionierte – obwohl keiner der Teilnehmer dafür vorbereitet war. Ja, das sollten wir öfter so machen, war die gemeinsame Aussage am Ende.

Hier noch ein paar interessante Details:
Simon Dückert zeichnet einen persönlichen Aktivitätsindex über der Zeit: Bei normalen Konferenzen gibt es einen steilen Peak direkt am Tag der Konferenz. Meist liest man sich das Programm ja erst bei der Anreise durch. Schließlich hat man viel Geld bezahlt, da erwartet man, dass jetzt Referenten und Themen konsumiert werden dürfen. Einen Tag später ist die Aufmerksamkeit schon wieder ganz woanders, der Peak ist wieder abgeklungen.

Anders bei den Un-Konferenzen: Dort bildet sich meist schon im Vorfeld eine Community, die sich in Foren austauscht, und schon Themen andiskutiert. Das klingt dann auch nach der Veranstaltung noch nicht gleich ab. Man ist weiter im virtuellen Kontakt. So die Idealform. In Wirklichkeit gibt es große Unterschiede: Die Menschen sind eben mehr oder weniger aktiv.

Auch die Vorbereitung ist anders: Oft wird so eine Un-Konferenz dezentral organisiert. Das heißt, Freiwillige teilen sich die Vorbereitungs-Jobs. Damit sind schon mal mehrere von der Konferenz-Idee überzeugt, und werden sie entsprechend vorantreiben.

Un-Konferenz-Formate gibt es eine ganze Menge, hier eine Auswahl:
- Open Space
- Zukunftskonferenz
- World Cafe
- Knowledge Cafe (David Guteen)
- BarCamp

Allen gemeinsam ist die selbstorganisierte Arbeit in Gruppen. Jeder kann sich gleichberechtigt einbringen. Ganz andere Sichtweisen sind willkommen.

Ich persönlich habe noch nie so viel auf Konferenzen gelernt, wie auf den 3 BarCamps, die ich bisher besucht habe. Deshalb meine Empfehlung: Probieren Sie es auch mal aus: Das GfWM-KnowledgeCamp
am 9. und 10. Oktober ist eine sehr gute Gelegenheit dazu!.