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GfWM-Stammtisch MR Nürnberg am 14.5.2009: Mit Datenqualität und fehlender Transparenz in die Krise

Heiko Schumann, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Informations- und Datenqualität DGIQ, hat uns gestern an vielen Beispielen vor Augen geführt, welche gravierenden Konsequenzen Entscheidungen haben, deren Basis Informationen mit unklarer Qualität sind. Die aktuelle Finanzmarkt-Krise ist eines der prominenten Beispiele.

Kein Wunder, dass es immer schwieriger wird, die Qualität von Informationen einzuschätzen: In den letzten 30 Jahren wurden von uns Menschen mehr Informationen produziert, als in den 5000 Jahren zuvor. Oder ein anderes Beispiel: Eine durchschnittliche Wochentags-Ausgabe der New York Times enthält insgesamt mehr Informationen, als ein durchschnittlicher Mensch im 17. Jahrhundert in seinem ganzen Leben zu bewältigen hatte.

Ähnlich wie die GfWM für das Wissensmanagement, hat sich der gemeinnützige Verein DGIQ vorgenommen, Klarheit und Transparenz in das Thema Informations-Qualität zu bringen. Ausgehend von Forschungen des M.I.T. ist hier ein Rahmen mit 15 Dimensionen zur Bestimmung von Informationsqualität entstanden. Diese 15 Dimensionen bestimmen die 4 Hauptaspekte: System, Inhalt, Darstellung und Nutzung.

Ziel der DGIQ ist es, Qualitätssicherung von Information als selbstverständlichen Prozess in allen Organisationen zu erreichen. Dazu werden derzeit entstehende ISO-Normen unter dem 8000er-Nummernband ganz wesentlich beitragen. DGIQ-Mitglieder sind aktiv an diesem internationalen Normungsprozess beteiligt. Weitere Aktive werden derzeit für dieses noch sehr spärlich besetzte Expertenfeld gesucht.

Irgendwie gibt es da aus meiner Sicht eine sehr große Überlappungszone zum Wissensmanagement. Natürlich ist Wissen mehr als Information, aber Informationen sind auch hier die Basis. Bisher wählen wir eher intuitiv die glaubwürdigen, authentischen und für uns stimmigen Informationen aus der Vielzahl der erreichbaren aus. Das wird sicher auch in Zukunft so bleiben. Dennoch ist es klug, klare Regeln zu kennen – und zu verinnerlichen – um die Qualität von Informationen einzuschätzen.

Ich bin gespannt auf die weitere Diskussion über Qualitätssicherung von Informationen. Und dabei fällt mir der Vortrag von Dr. Peter Schlötter hier beim WM-Stammtisch wieder ein: Nach Luhmann ist ein soziales System – z.B. ein Unternehmen – ausschließlich über die Kommunikation innerhalb und außerhalb des Systems definiert. Dr. Schlötter hat uns die Qualitätssicherung von Kommunikation empfohlen. Auch da scheint etwas zusammenzupassen.

Karlheinz Pape