Skip to Content

BITKOM Leitfaden "WM-Prozess-Systematik" kostenlos erschienen

Der "BITKOM Arbeitskreis Knowledge Engineering and Management (AK KEM), der auch für die Organisation der Knowtech verantwortlich zeichnet hat einen Leitfaden "WM-Prozess-Systematik" mit dem Untertitel "Prozesse, Vorgehensweisen und Aktivitäten des Wissensmanagements" herausgegeben. Der Leitfaden beruht weihtestgehend auf dem Ansatz, den Dr. Josef Hofer-Alfeis in seiner Zeit bei Siemens Corporate Technology entwickelt hat. Der Hauptbestandteil des Leitfadens ist eine WM-Prozess-Taxonomie, die die primären Wissensmanagement-Prozesse nach den Rollen der Hauptbeteiligten gliedert:

  • Wissen und Wissensmanagement-Systeme strategisch planen und steuern (Rolle: Management)
  • Wissensqualität anpassen/verbessern (Rolle: Wissensarbeiter)
  • Wissensmanagement-System (sozio-technisch) bereitstellen/verbessern (Rolle: Wissensmanagement-Supportorganisation)

Auf den ersten Blick fallen mir folgende Dinge auf:

  1. Gut: die Prozess-Systematik orientiert sich and der dreiteiligen Gliederung, die wir aus der ISO 9000:2000 kennen (Management-, Kern- und Unterstützungsprozesse).
  2. Gut: der Begriff "Wissensmanagement-System" bezeichnet nicht ein technisches System, sondern eine System von Prozessen, Vorgehensweisen und Aktivitäten (und Methoden). Die IT kann diese unterstützen.
  3. Gut: Das Wissensmanagement-System wird als sozio-technisches System angesehen. Das ist aus meiner Sicht der Richtige Weg, IT nicht verdammen, sondern überlegen, wo sie sinnvoll eingesetzt werden kann und den menschen mit seinen sozialen Beziehungen in den Mittelpunkt stellen (Beispiel Toyota:"right-sized ICT" statt "king-sized ICT".
  4. Verbesserungspotenzial: die Wissensprozesse "Wissensqualität anpassen/verbessern" sind nicht vollständig, es fehlen z.B. "Wissen identifizieren", "Wissen verteilen", "Wissen verteilen", "Wissen Wissen schützen", "Wissen bewahren". Durch die Wahl des Begriffs "Wissensqualität" wird das zum Teil wieder ausgeglichen, da z.B. der Prozess B1.2 "Wissens-Verteilung und -Vernetzung anpassen/verbessern" definiert ist. Auf den ersten Blick erschließt sich das dem Betrachter aber nicht. Ich fände es an dieser Stelle besser, die Wissensprozesse, die aus Modellen wie z.B. dem Bausteinmodell von Probst/Raum/Romhard kommen, zur Vervollständigung der obersten Ebene zu verwenden.
  5. Verbesserungspotenzial: die möglichen Wissensmanagement-Methoden, die in den einzelnen Wissensmanagement-Prozessen verwendet werden können sind hierarchisch in die WM-Prozess-Systematik eingeordnet. Besser fände ich hier eine Matrix, da die einzelnen Methoden in mehreren Prozessen sinnvoll sein können. Im GfWM-Fachteam Wissensmanagement haben wir uns dafür entschieden, die GfWM-Wissenslandkarte als Taxonomie zu verwenden, und die Inhalte im GfWM Wiki abzubilden. Hierüber können Inhalte an mehreren Stellen in die Hierarchie eingegliedert werden (ganz im Sinne der Idee "Everything is Miscellaneous" von David Weinberger).

Das GfWM-Fachteam Wissensmanagement wird bei seinem nächsten Treffen evaluieren, in wie weit der Leitfaden mit dem im Aufbau befindlichen GfWM-Wissensmanagement-Modell zusammenwirken kann.

Kommentare

Bild von edwin

Für Personen, die mit dem

Für Personen, die mit dem Thema swiss air Wissensmanagement noch wenig vertraut
sind london hotels, empfiehlt es sich, diese Fragen in einer Gruppe von Beschäftigten
eines Unternehmens zu diskutieren. Auch der Einsatz eines mit dem Thema
vertrauten Moderators kann helfen.
Die WM-Prozess-Systematik liefert austin motels außerdem eine erschöpfende Auskunft
auf die oft gestellte Frage: „Was leistet Wissensmanagement im
Unternehmen?“ in Form des Katalogs der Tätigkeiten miami condos, die direkt damit
verbunden sind.

 

Bild von HoferAlfeisJ

Meine Antworten zur

Meine Antworten zur Beurteilung der WM-Prozess-Systematik von Simon Dückert:

Vorweg muss gesagt werden, dass jedes Fachgebiet auf viele Weisen strukturiert werden kann. Die WM-Prozess-Systematik des BITKOM Leitfadens ist nach folgenden Gesichtspunkten strukturiert:
- Die WM-Prozess-Systematik soll mit allgemeinen Geschäftsprozess-Systematiken zusammen passen, daher die Gruppierung in Leistungsprozess (die richtige Wissensqualität bereitstellen), Managementprozess (Wissen und WM planen und steuern)und Supportprozess (das richtige WM-System bereitstellen).
- Die drei Prozessgruppen sind nach Rollenverantwortlichkeiten unterschieden: d.h. sie haben unterschiedliche Treiber: Wissensarbeiter, Management oder WM-Supportorganisation.
- Die Strukturierung soll umfassend sein, also ermöglichen, dass alle WM-Aktivitäten eingeordnet werden.
- Die Strukturierung soll trennscharf sein, also eine weitgehend redundanzfreie Zuordnung von Detailprozessen ermöglichen. Detailprozess steht dabei für Tool, Instrument, Methode, Vorgehen, ..., denn diese lassen sich auch immer in einer Folge von Aktivitäten beschreiben.
- Der wichtige Disziplinen-übergreifende Charakter der „Meta-Disziplin“ WM soll auch zum Ausdruck gebracht werden.
- Die WM-Prozess-Systematik ist primär eine Fachgebietsstrukturierung für die Fachleute (Wissensmanager und Partnerdisziplinen), da diese hauptsächlich an einer Übersicht der existierenden WM-Instrumente (=Detailprozesse) interessiert sind. Außerdem ist auch das Ziel, eine gemeinsame Fachsprache für WM-Aktivitäten zu entwickeln.
- Soweit möglich, soll die Begrifflichkeit auch für andere WM-Schlüsselgruppen, z.B. Management und Wissensarbeiter, verständlich bleiben. Zusätzlich wurde als Verständnishilfe auch eine fiktive Anwendungsgeschichte dazu geschrieben.

zu 2 und 3: „gut ... WM-System...“

Ein sozio-technisches "Wissensmanagement-System" umfasst die Aspekte Mensch, Organisation (darin z.B. auch Ablaufstrukturen wie Prozesse) und Technik/Infrastruktur - also alles, worauf ein Wissensmanager achten muss, wenn das WM-System leben soll.

zu 4, "Verbesserungspotenzial: die Wissensprozesse "Wissensqualität anpassen/verbessern" sind nicht vollständig, es fehlen z.B. "Wissen identifizieren", "Wissen verteilen", "Wissen schützen", "Wissen bewahren"... Bausteinmodell von Probst/Raum/Romhard ... verwenden":

Das bekannte Probstsche Prozess-Bausteinmodell ist nicht gut geeignet, eine klare, weitgehend redundanzfreie und an Rollen orientierte WM-Prozess-Systematik aufzubauen.
Die genannten Prozesse finden sich natürlich in der BITKOM-Prozesssystematik und zwar an folgenden Stellen:
- "Wissen verteilen" ist eine graduelle Wissensqualitätsverbesserung und findet sich dort unter "Wissensverteilung / -vernetzung verbessern", wobei der wichtige Aspekt des organisationalen Wissens, das zwischen mehreren Wissensträgern vernetzt ist und keiner allein besitzt, hier auch erfasst ist.
- "Wissen identifizieren" ist ein Teilprozess von "Wissen lokalisieren und lernen". Für sich allein macht er noch keinen Sinn im WM. Das (Identifizierungs-)Wissen über Wissensträger kann natürlich selbst wieder in seiner Qualität verbessert werden, z.B. in Wissenskarten kodifiziert, über Interessierte oder Dokumente verteilt oder mit weiteren Details vertieft werden.
- "Wissen schützen" ist ein sehr weiter Rahmen, der vom Personenschutz für Experten, der organisatorischen Absicherung von Wissensnetzwerken, Standardisierung bis zum Schutz von Information, geistigem Eigentum oder Informationssystemen reichen kann. Für jedes Wissensgut, jeden Wissensträger und die meisten WM-Aktivitäten (Detailprozesse) können natürlich Risiken identifiziert werden und daraus Wissensschutz-Maßnahmen abgeleitet werden. Ein Teil davon fällt in den Handlungsbereich von WM und ist in der Prozess-Systematik enthalten oder kann eingeordnet werden. Die Detailprozesse dafür sind situativ auszuwählen, z.B. kann sowohl Wissensweitergabe wie Wissenskodifizierung Schutz oder Gefahr bedeuten. Die WM-Prozess-Systematik sollte daher fall-spezifisch betrachtet und zu Rate gezogen werden.
- "Wissen bewahren" ist ebenso ein weites Feld und wenig zur Strukturierung der WM-Instrumente geeignet. Viele Maßnahmen der Prozessgruppe „Wissensqualität verbessern“ können hier für spezifisches Wissen herangezogen werden, z.B. allein schon bessere Verteilung oder Vernetzung und Kodifizierungen auf verschiedenem Kodifizierungsgrad, wie natürlich im Besonderen Debriefing und Wissenstransfer oder Community-Arbeit. Inhaltsunabhängig fördern natürlich viele WM-System-Verbesserungen die „Wissensbewahrungs-Fähigkeit“ einer Organisation.

Zu 5, „Verbesserungspotenzial: die möglichen Wissensmanagement-Methoden, die in den einzelnen Wissensmanagement-Prozessen verwendet werden können sind hierarchisch in die WM-Prozess-Systematik eingeordnet. Besser fände ich hier eine Matrix, da die einzelnen Methoden in mehreren Prozessen sinnvoll sein können. ...“

Eine gute Ordnungsstruktur, die der Sprachverwirrung, wie sie bei WM noch herrscht, entgegen wirken soll, muss einigermaßen trennscharf sein. Hat man sie, kann natürlich mit verschiedenen Sichten drauf geschaut werden und bedarfsgerecht (redundante) Auszüge gemacht werden, wie z.B. schon oben für die weiten Themen Wissenssicherung und –bewahrung. „WM-Methoden“ sind auch nichts anderes wie WM-Detailprozesse und sollten daher in eine für sie mit dem richtigen Oberbegriff definierte Prozessgruppe gehören. Mit den Wissensmanagern der Community of Practice KM in der Siemens AG wurde eine Wissenskarte im Sinne einer Matrix als Weiterentwicklung der Prozess-Systematik angelegt, die WM-Detailprozesse/-Methoden/-Instrumente zugeordnet zum einen den WM-Prozessschritten, zum anderen Instrumentenfamilien , z.B. Planungsinstrumenten (aber das könnten auch z.B. „Wissensbewahrungsinstrumente“ sein). Zusätzlich wird auf die Wissensträger zum Instrument (Experte, Organisation und Information) verwiesen.
Es hat sich dabei gezeigt: Die mühsame strukturelle Arbeit lohnt sich, da gemeinsames Verständnis geschaffen wird und auf neuer Abstraktionsebene wesentlich besser und effektiver Instrumentenwissen geteilt wird oder neues Wissen gemeinsam entwickelt werden kann.